Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)


Zecken leben im Gras, an Sträuchern und anderen niedrigen Pflanzen. Sie sind Blutsauger. Die verschiedenen Zeckenarten, auch in unseren Breiten, können unterschiedliche Infektionskrankheiten übertragen. Gefährlich sind hier vor allem die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Experten, wie z.B. das Düsseldorfer Zentrum für Reisemedizin (CRM), raten dringend zu Vorsorgeimpfungen gegen FSME.


Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Viren verursacht und führt zur Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute. Diese Viren werden sofort nach dem Stich übertragen, denn sie befinden sich im Speichel der Zecke.

Gegen die FSME ist eine Schutzimpfung möglich. Im deutschen Sprachraum besteht die Gefahr einer FSME-Infektion nur in bestimmten Gebieten, die sich jedoch von Jahr zu Jahr entlang der Flüsse ausdehnen. Wir geben Ihnen gerne Auskunft über die aktuellen Verbreitungsgebiete.


Aktuelle Verbreitungsgebiete: Deutschland und Europa

Zecken, die das gefährliche FSME-Virus in sich tragen, scheinen auch im Norden und Osten Deutschlands auf dem Vormarsch zu sein: Neben den traditionellen FSME-Risikogebieten Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz gelten inzwischen Hessen und Thüringen ebenfalls als FSME-Verbreitungsgebiete. Darüber hinaus werden auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern neuerdings FSME-Erkrankungen gemeldet. Auch im europäischen Ausland besteht die Gefahr einer FSME-Übertragung durch Zecken: in Teilen der östlichen Nachbarländer Deutschlands sowie in den baltischen Staaten, aber auch im äußerste Süden Norwegens und an der Südostküste Schwedens.

In unserer Sprechstunde erfahren Sie, welche Landkreise und Regionen im Einzelnen betroffen sind. Wir beraten Sie gerne umfassend zum Thema FSME-Schutzimpfung.


Vorbeugung

Um erst gar keine Zecken an Ihren Körper heran zu lassen, sollten Sie bei Aufenthalten im Grünen auch bei wärmeren Temperaturen lange und möglichst glatte, helle und fest verschlossene Kleidung sowie geschlossenes Schuhwerk tragen. Socken sollten am besten über die Hosenbeine gestülpt werden, um ein Eindringen der Zecken durch die Hosenbeine zu vermeiden. Setzen Sie sich nicht direkt ins Gras, und streifen Sie möglichst nicht durch Gestrüpp oder dichtes Unterholz.

Manche Insektenschutzmittel können auch Zecken abhalten, allerdings ist die Wirkung der Mittel nur von kurzer Dauer.

Zecken halten sich besonders gerne unter der Achsel, in der Leiste, Kniekehle, am Haaransatz (bei Kindern vor allem) oder im Schambereich auf. Sie suchen bevorzugt warme, gut durchblutete Körperstellen auf, unsere Hautfalten und Haare bieten ihnen dabei Stütze und Schutz. Daher sollten Sie nach jedem Aufenthalt im Grünen Kleidung und Unterwäsche gut ausschütteln und nach Zecken durchsuchen, anschließend duschen und den Körper nach Zecken gut absuchen - am besten gegenseitig. Denn je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion. Für die Übertragung von Borrelien z.B. muss die Zecke mehrere Stunden gesaugt haben. Ein schnelles Entfernen der Zecken ist deshalb der beste Schutz gegen eine Borreliose. Bei der FSME geht die Infektion wesentlich schneller, aber auch hier gilt: Ein rasches Entfernen mindert das Risiko zu erkranken.

Zusätzlich sollte rechtzeitig vor dem Aufenthalt in Zecken-Risikogebieten eine FSME-Schutzimpfung vorgenommen werden.


Entfernung einer Zecke

Eines vorweg: Sollten Sie sich das Entfernen einer Zecke nicht selbst zutrauen, dann suchen Sie einen Arzt auf. Er wird den Parasiten fachgerecht entfernen. Ein großer Teil der Infektionen mit Borreliose und anderen Erregern wird erst durch unsachgemäßes Entfernen der Zecken verursacht!

Sitzt eine Zecke in der Haut fest, lässt sie sich am besten mit einer spitzen Splitterpinzette herausziehen. Setzen Sie die Pinzette am Kopf der Zecke so weit wie möglich in Richtung Saugrüssel an. Nun können Sie das Tier einfach entfernen. Ein Drehen der Zecke ist nicht nötig, denn ihr Saugrüssel steckt glatt im Stichkanal und braucht nur herausgezogen zu werden.

Wichtig: Einmal zugepackt darf der Griff der Pinzette nicht mehr gelöst werden. Denn in ihrer Panik wird die Zecke Speichel oder auch Darminhalt mit den darin enthaltenen Krankheitserregern in den Stichkanal ausstoßen.

Steht kein entsprechendes Werkzeug zur Verfügung, kann die Zecke auch mit langen Fingernägeln oder mit Hilfe eines feinen, um die Zecke gelegten Fadens herausgezogen werden. Wenn Sie Ihre Fingernägel benutzen möchten, achten Sie dringend darauf, die Zecke nicht zu quetschen.

Sobald die Zecke entfernt ist, desinfizieren Sie die betroffene Hautstelle! Ein abgerissener Zeckenkopf stellt aber im Allgemeinen kein Problem dar, da er nach ein paar Tagen von allein wie ein Holzsplitter vom Körper abgestoßen wird.

Zeckenstiche sollten am besten mit Datum und einem Foto dokumentiert werden, um im Falle einer Erkrankung Belege für den Infektionszeitpunkt zu haben.


Ungeeignete Vorgehensweisen

"Alte Hausmittel" wie zum Beispiel Kleber oder Öl führen leicht zu einer Infektion, da die Zecke sich in ihrem Todeskampf in den Stichkanal erbricht. Auch die im Handel erhältlichen Zeckenzangen sind (meist) ungeeignet, da damit die Zecke schnell gequetscht wird.


Übertragung von Krankheitserregern

Sticht eine Zecke, so ritzt sie die Haut ihres Opfers mit den Kieferklauen an und verankert dann ihren Saugrüssel in der Wunde, um Blut zu saugen. Vor Beginn der Nahrungsaufnahme gibt die Zecke Speichel ab. Darin sind Krankheitserreger (z.B. Viren, Bakterien) enthalten, die die Zecke bei einer vorangegangenen Nahrungsaufnahme bei einem infizierten Opfer aufgenommen hat. Sobald sich diese Erreger in der Zecke vermehrt oder auch gewandelt haben, fungiert die Zecke für sie als Wirt bzw. Zwischenwirt und infiziert ihr nächstes Nahrungsopfer.


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